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EU-Jugendstrategie

Die EU-Jugendstrategie geht zurück auf eine gemeinsame Entschließung der Jugendminister und -ministerinnen der EU-Mitgliedstaaten aus dem Jahr 2009. Mit dem „Erneuerten Rahmen für die jugendpolitische Zusammenarbeit in der EU 2010-2018“ (so der offizielle Titel) verfolgt die EU zwei Ziele, nämlich

  • mehr Möglichkeiten und mehr Chancengleichheit für alle jungen Menschen im Bildungswesen und auf dem Arbeitsmarkt zu schaffen sowie
  • das gesellschaftliche Engagement, die soziale Eingliederung und die Solidarität aller jungen Menschen zu fördern.

Es wurden insgesamt acht Aktionsfelder vereinbart, in denen die Mitgliedstaaten eigene jugendpolitische Schwerpunkte setzen und Maßnahmen durchführen:

  • Allgemeine und berufliche Bildung
  • Beschäftigung und Unternehmergeist
  • Gesundheit und Wohlbefinden
  • Teilhabe
  • Freiwilligentätigkeit
  • Soziale Eingliederung
  • Jugend in der Welt
  • Kreativität und Kultur.

Die EU stellt dafür verschiedene Instrumente zur Verfügung: z. B. den EU-Jugendbericht, das „Peer Learning“ (Maßnahmen des Voneinander Lernens) sowie Förderprogramme und -initiativen. Durch das Instrument „Strukturierter Dialog“ sollen junge Menschen an der jugendpolitischen Zusammenarbeit kontinuierlich beteiligt werden.

Umsetzung in Deutschland: Bund-Länder-Zusammenarbeit

In Deutschland haben Bund und Länder bereits 2010 beschlossen, bei der Umsetzung der EU-Jugendstrategie eng zusammenzuarbeiten. Fachpolitisch federführend sind eine eigens eingerichtete Bund-Länder-Arbeitsgruppe sowie ein Nationaler Beirat, der das Bundesjugendministerium berät. Darüber hinaus gibt es eine Nationale Arbeitsgruppe zum „Strukturierten Dialog“ mit der Jugend.

Themenkorridore

Bei der Umsetzung der EU-Jugendstrategie geht es Bund und Ländern im Kern darum, europäische Impulse in die Politik und Praxis der Jugendhilfe zu bringen, insbesondere in die Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit. Die EU-Jugendstrategie wird gemeinsam von Bund und Ländern in drei ausgewählten Handlungsfeldern („Themenkorridoren“) umgesetzt:

  • Partizipation fördern und Demokratie stärken
  • Soziale Integration und gelingende Übergänge in die Arbeitswelt
  • Anerkennung und Sichtbarmachung des nicht-formalen und informellen Lernens in der Jugendarbeit.

Diese Schwerpunktsetzung hat die Bund-Länder-AG in ihrer Arbeitsplanung für die zweite Phase der Umsetzung 2014-2018 bestätigt.

Die „Europäische Dimension”

Bund und Länder haben sich darauf verständigt, dass ihre Aktivitäten in diesen drei Bereichen immer dann zur Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland dienen, wenn sie eine europäische Dimension haben, d. h. konkret, wenn sie:

  • das Lernfeld Europa für neue Zielgruppen erschließen (benachteiligte Jugendliche)
  • die europäische Mobilität von Fachkräften fördern
  • den europäischen Fachaustausch fördern
  • Erfahrungen und Erkenntnisse aus den europäischen Debatten in die deutsche Fachpraxis einbringen
  • europäische Prozesse des Voneinander Lernens initiieren („Peer Learning“)
  • eine sektorenübergreifende Umsetzung anstreben.

Aktivitäten des Bundes

Der Bund ist dafür verantwortlich, dass die Aktivitäten zur Umsetzung der EU-Jugendstrategie nicht hinter verschlossenen Türen vereinbart werden, sondern dass ein breiter nationaler Dialog stattfindet. Darüber hinaus setzt er „multilaterale Kooperationsprojekte“ mit anderen Mitgliedstaaten um und sorgt für Jugendbeteiligung und den Austausch zwischen Deutschland und der EU. Zentrale Gestaltungspartner des Bundes sind JUGEND für Europa mit der „Service- und Transferstelle EU-Jugendstrategie“, das Deutsche Jugendinstitut und das Centrum für angewandte Politikforschung für die wissenschaftliche Begleitung sowie der Deutsche Bundesjugendring mit dem Projekt zur Umsetzung des Strukturierten Dialogs in Deutschland.

Der „Strukturierte Dialog“ ist das Jugendbeteiligungsinstrument der EU-Jugendstrategie und dient dazu, die Meinungen und Anliegen junger Menschen einzubeziehen. Dafür werden für bestimmte Zeiträume ausgewählte Themen der EU-Jugendstrategie in den Mittelpunkt gestellt. Der Strukturierte Dialog zwischen Jugend und Politik soll jedoch nicht erst auf der europäischen Ebene ansetzen, sondern die lokale, regionale und nationale Ebene einbeziehen. Weitere ausführliche Informationen gibt es auf den Seiten des Strukturierten Dialogs.

Beiträge der Bundesländer

Die Bundesländer entwickeln in eigener Verantwortung länderspezifische Angebote, die sich am gemeinsamen Handlungsrahmen orientieren. Ihr jugendpolitischer Auftrag liegt vor allem darin, Informationen an andere (kommunale) Akteure weiterzugeben sowie für Vernetzung, Fortbildung und Beratung zur sorgen. Darüber hinaus passen sie Förderinstrumente an und kommunizieren über ihre Ländervertretungen in Brüssel.

Weitere Informationen zur EU-Jugendstrategie und ihre Umsetzung in Deutschland bietet JUGEND für Europa in dieser Broschüre und diesem Fact Sheet. Aktuelle Beiträge zur Umsetzung der EU-Jugendstrategie finden Sie stets auf den Seiten von JUGEND für Europa sowie beim Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe.

Praxishandbuch des Strukturierten Dialogs unterstützt bei europäischen Beteiligungsprozessen

EU-JS

Das Praxishandbuch „Damit wir uns richtig verstehen...“ gibt ehrenamtlichen und hauptamtlichen Engagierten in der Jugendarbeit und/oder der politischen Bildung notwendiges und praxisnahes Know-How, um im Rahmen des Strukturierten Dialogs der Europäischen Union Beteiligungs- und Dialogprozesse mit jungen Menschen vor Ort anzustoßen.

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Neue Jugendpolitiken - auf dem 16. DJHT

OM

In vielen Ländern Europas findet seit einigen Jahren eine jugendpolitische Neuausrichtung statt. Im Zuge dessen wurden verschiedene Jugendstrategien auf den Weg gebracht. Dies wurde nicht zuletzt durch die europäische Zusammenarbeit im Jugendbereich und die EU-Jugendstrategie inspiriert. Beim 16. DJHT organisiert JUGEND für Europa in Kooperation mit der Koordinierungsstelle daher unter dem Titel "Neue Jugendpolitiken - Europäische Jugendstrategien im Vergleich" ein Fachforum mit internationaler Beteiligung. Das Fachforum stellt konkrete jugendpolitische Strategien aus verschiedenen Ländern Europas vor und skizziert deren zentrale Zielsetzungen und Elemente.

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Wie viel Europa steckt in „Jugendgerechtigkeit“?

EU-JS

Die Service- und Transferstelle EU-Jugendstrategie hat in einem Gastbeitrag die europäischen Potentiale für die kommunale Ebene anhand zweier Beispiele dargestellt. Die Frage "Wie viel Europa steckt in 'Jugendgerechtigkeit'?" wird mit Iris Wibbeler vom Jugendamt der Referenzkommune Kreis Steinfurt sowie Tetiana Katsbert vom YEPP International Resource Centre erörtert.

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Jugendpolitische Zusammenarbeit in Europa: Ein Interview mit Tobias Köck und Ulrike Wisser

Ulrike Wisser/Tobias Köck

Im Sommer 2016 wurde eine Evaluation der EU-Jugendstrategie veröffentlicht. Wir nehmen dies zum Anlass, um mit Ulrike Wisser (Projektkoordinatorin der Service- und Transferstelle EU-Jugendstrategie) und Tobias Köck (Vorstandsmitglied beim Deutschen Bundesjugendring) über Gegenwart und Zukunft der jugendpolitischen Zusammenarbeit in Europa zu sprechen.

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Handbuch erschienen: „Mehr Europa“ in Beteiligungsprojekten

eu-js

Die Service- und Transferstelle EU-Jugendstrategie bei JUGEND für Europa hat ein neues Handbuch mit Beispielen für europäische Partizipationskultur vorgelegt. Das Handbuch kann kostenlos als PDF heruntergeladen werden.

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