Länder
Home > Eigenständige JugendpolitikBayerischer Jugendring fordert jugendgerechte Kommunen

(25.03.2026) Die Delegierten der bayerischen Jugendarbeit fordern einen verbindlichen Neustart für jugendgerechte Kommunen. Im Mittelpunkt stehen Beteiligung, soziale Sicherheit, Räume für junge Menschen sowie der Erhalt verlässlicher Strukturen der Jugendarbeit.

Augsburg, Foto: hoch3media via unsplash.com Augsburg, Foto: hoch3media via unsplash.com
hoch3media via unsplash.com

Die Vollversammlung des Bayerischen Jugendrings (BJR) hat auf ihrer 168. Sitzung in Herrsching am Ammersee unter dem Motto „Wo Jugend Raum hat, wächst Zukunft!" ein umfassendes Positionspapier für eine jugendgerechte Kommunalpolitik verabschiedet. Ausgangspunkt ist der gesetzliche Auftrag der Kommunen, Angebote der Jugendarbeit rechtzeitig und ausreichend bereitzustellen.

Die Vollversammlung stellt klar: Jugendarbeit ist eine Pflichtaufgabe aller Ebenen und darf nicht als freiwillige Leistung verstanden werden. BJR-Präsident Philipp Seitz betonte: „Jugendarbeit ist gesetzlicher Auftrag und Grundlage für ein funktionierendes Gemeinwesen vor Ort. Kommunen müssen die erforderlichen Strukturen schaffen und dauerhaft sichern!"

Kinder- und Jugendbeteiligung sieht der BJR als zentralen Bestandteil jugendgerechter Kommunalpolitik. Gefordert wird, Beteiligung verbindlich in der Bayerischen Gemeindeordnung sowie in kommunalen Satzungen zu verankern und in allen Kommunen regelmäßig altersgerechte Beteiligungsformate anzubieten. Zudem spricht sich die Vollversammlung für ein kommunales Wahlrecht ab 14 Jahren in Bayern aus.

Soziale Sicherheit und Wohnraum

Die Vollversammlung betont unteranderem, dass soziale Sicherheit Voraussetzung für Teilhabe ist. Kommunale Wohnungspolitik soll dazu beitragen, Wohnungslosigkeit zu beenden und ausreichend bezahlbaren Wohnraum für junge Menschen, auch in kleineren Gemeinden, bereitzustellen. Darüber hinaus fordert die Vollversammlung, Frei- und Rückzugsräume sowie Räume für Jugendkultur zu schaffen und zu erhalten, inklusive barrierefreiem Zugang zur Jugendarbeit.

Die Vollversammlung betont auch die Bedeutung diskriminierungsfreier Räume für junge Menschen. Jugendarbeit schafft Orte, an denen junge Menschen unabhängig von Herkunft, Religion, Geschlecht oder Lebensweise teilnehmen können. 

Freiwilliges Engagement statt Wehrpflicht

Die BJR-Vollversammlung spricht sich gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht sowie gegen verpflichtende Dienste aus und fordert stattdessen die Stärkung freiwilligen Engagements. Für den BJR gilt: Engagement entsteht aus Überzeugung – nicht durch Zwang. Politische Entscheidungen sollen nicht über, sondern gemeinsam mit jungen Menschen getroffen werden – gemäß den Grundprinzipien der Jugendarbeit: Freiwilligkeit, Selbstorganisation und demokratische Bildung.

Die BJR-Vollversammlung ist das höchste beschlussfassende Gremium der bayerischen Jugendarbeit. Die Delegierten der bayerischen Jugendverbände, Jugendringe und Arbeitsfelder bestimmen hier die landesweiten Leitlinien und Schwerpunkte des Bayerischen Jugendrings und entscheiden über alle grundlegenden Fragen der Gesamtorganisation.

Quelle: Meldung Bayerischer Jugendring (22.03.2026)