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Home > Eigenständige JugendpolitikBDL fordert differenziertes Jugendbild

(4.11.2020) Der Bund der Deutschen Landjugend (BDL) e.V. kritisiert die pauschale Verurteilung junger Menschen in der Corona-Krise und stellt dem ein Bild von verantwortungsbewussten und aktiven jungen Menschen entgegen.

Eine Frau sitzt in einem gelben Blumenfeld. Eine Frau sitzt in einem gelben Blumenfeld.
Foto: J. Villejo via unsplash

Der Vorsitzende der BDL e.V., Sebastian Schaller, verurteilt die pauschalisierte mediale Darstellung Jugendlicher als unverantwortliche Partygänger. Er weist auf die TUI-Studie hin, nach der 83 % der jungen Menschen in Deutschland die Maßnahmen unterstützen und sich durchaus verantwortungsbewusst verhalten.

Das aktuelle Langjugendmagazin thematisiert unter dem Motto "Was bleibt", wie junge Menschen im ländlichen Raum mit den Beschränkungen umgehen. Leider ließen sich viele Projekte nicht digital umsetzen, trotzdem sei die Landjugend aktiv und stehe anderen Verbänden zur Seite, so Schaller.

Nicht nur die verzerrte mediale Repräsentation der jungen Menschen müsse Beachtung finden, sondern auch der Einfluss der Pandemie auf deren Zukunftspläne. Dazu verweist der Vorsitzende der BDL e.V. auf die JuCo Studie der Universität Hildesheim, welche zeige, dass die Folgen der Pandemie sich besonders in den Lebensläufen der Heranwachsenden niederschlagen werden. Er führt weiter aus, dass die Perspektiven für Einzelne miserabel seien und viele junge Menschen von ausgefallenen Praktika, unvollständigen letzten Schuljahren und fehlenden Nebenjobs und Ausbildungsstellen betroffen wären.

Gerade Jugendliche in den ländlichen Regionen Deutschlands hätten auch noch mit der stockenden Digitalisierung zu kämpfen. Sebastian Schaller begrüße u.a. aus diesem Grund, dass die Autor*innen der JuCo Studie fordern, etwaige Nachteile auszugleichen und die Förderung der Entwicklung von jungen Menschen ihrer Meinung nach oberste Priorität habe. Für die BDL gehört dazu: Beteiligungs- und Förderrechte junger Menschen durchgängig umsetzen, Digitalisierung und Infrastruktur auch in ländlichen Regionen sicherstellen, junge Menschen in prekären Lebenslagen besser absichern, Beratung, soziale, materielle und vor allem flexible und unbürokratische Unterstützung, professionelle soziale Kontakte für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsende vor Ort gewährleisten. Er fasst dies folgendermaßen zusammen:

"Auch diese altbekannten Forderungen gehören unserer Ansicht nach zum Generationenvertrag. Daher sollten die Erwachsenengremien gerade jetzt ihrer Verantwortung nachkommen und den Heranwachsenden einen bestmöglichen Start in dieser Gesellschaft ermöglichen!"

Quelle: Bund Deutscher Landjugend (BLD) e.V.