Der Bundesjugendring warnt vor einer sozialpolitischen Entwicklung, die junge Menschen in besonderem Maße belastet. In mehreren Bereichen – darunter Gesundheit, Grundsicherung, Kindergeld beziehungsweise Kindersofortzuschlag, BAföG, Unterhaltsvorschuss und Rente – drohen Leistungskürzungen, strengere Zugangsvoraussetzungen oder eine Verlagerung sozialer Risiken auf Einzelne.
Fehlende Investitionen und verzögerte Reformen
Besonders problematisch sei, dass notwendige Reformen nicht konsequent umgesetzt, sondern unter Finanzierungsvorbehalt gestellt oder verzögert würden. Der Bundesjugendring kritisiert unter anderem mögliche Einschränkungen bei der psychotherapeutischen Versorgung, die geplante Abschaffung des Kindersofortzuschlags, unzureichende Verbesserungen beim BAföG sowie Einsparungen beim Unterhaltsvorschuss.
Junge Menschen besonders betroffen
Junge Menschen seien von diesen Maßnahmen besonders betroffen, da sie häufig über geringe Einkommen, geringe Rücklagen und wenig Möglichkeiten verfügten, Lücken in der sozialen Absicherung selbst auszugleichen. Der Bundesjugendring fordert deshalb eine jugend- und generationengerechte Sozialpolitik, die soziale Rechte verlässlich sichert und gezielt in Gesundheit, Bildung, Teilhabe und eigenständige Lebensführung investiert.
Zentrale Forderungen des Bundesjugendrings
- Sozialpolitik darf nicht zum Kürzungsfeld werden. Soziale Rechte müssen verlässlich gelten und Leistungen den tatsächlichen Bedarf junger Menschen abdecken.
- Reformen in Gesundheit, Bildung, Existenzsicherung und Alterssicherung müssen zusammen gedacht werden, da ihre Folgen im Leben junger Menschen unmittelbar ineinandergreifen.
- Junge Menschen brauchen einen schnellen und gleichberechtigten Zugang zu psychotherapeutischer Versorgung. Dafür sind mehr Behandlungskapazitäten, eine realistische Bedarfsplanung und eine verlässliche Finanzierung notwendig.
- Die Grundsicherung muss jungen Menschen verlässliche Perspektiven ermöglichen, statt sie durch verschärfte Sanktionen und erhöhten Vermittlungsdruck zusätzlich unter Druck zu setzen.
- Der Kindersofortzuschlag darf nicht ersatzlos gestrichen werden, solange keine umfassende und wirksame Kindergrundsicherung umgesetzt ist.
- Das BAföG muss existenzsichernd ausgestaltet und regelmäßig an steigende Wohn- und Lebenshaltungskosten angepasst werden.
- Der Anspruch auf Unterhaltsvorschuss darf nicht bereits mit dem 16. Geburtstag enden. Einsparungen dürfen nicht zulasten von Jugendlichen und ihren Bildungschancen gehen.
- Die gesetzliche Rente muss solidarisch und langfristig verlässlich finanziert werden. Kapitalgedeckte Elemente können sie ergänzen, aber nicht ersetzen.
- Die Kinder- und Jugendhilfe braucht eine verlässliche Finanzierung. Individuelle Rechtsansprüche und notwendige Unterstützungsangebote dürfen nicht unter pauschalen Kostenvorbehalt gestellt werden.
- Ein moderner Sozialstaat muss frühzeitig in Gesundheit, Bildung, soziale Sicherheit und gesellschaftliche Teilhabe investieren. Dadurch werden nicht nur Krisen verhindert, sondern auch Demokratie, gesellschaftlicher Zusammenhalt und die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit gestärkt.
Quelle: DBJR-Meldung (20.08.2026)