Jugend wählt seltender
Junge Menschen sind die Altersgruppe mit der niedrigsten Wahlbeteiligung. Die Studie "Hürdenlauf zur Wahlurne" untersucht die Ursachen und zeigt Handlungsoptionen auf, wie dies geändert werden kann. Wahlabstinenz unter jungen Menschen sollte nicht mit politischer Gleichgültigkeit gleichgesetzt werden. Junge Menschen sind politisch interessiert und zeichnen sich durch hohes Vertrauen in Politik aus – trotzdem wählen sie seltener.
Hinternisse bewältigen und Wahlbeteiligung erhöhen
Die Studie identifiziert vier Hürden, die den Gang ins Wahllokal für junge Menschen erschweren und macht Vorschläge, wie man diese abbauen kann. Beispiel hierfür ist die substanzielle Absenkung des Wahlalters. Die Stärkung der Wahlbeteiligung junger Menschen ist gerade in einer alternden Gesellschaft zentral, um resiliente demokratische Strukturen zu schaffen.
Die Studie zeigt vier grundsätzliche Hürden auf dem Weg zur Stimmabgabe bei Wahlen: Zugänge, Kompetenzen, Motivation und die Resonanz bzw. Wirkung des Wählens. Während einige junge Menschen all diese Hürden problemlos meistern, scheitern andere schon an der ersten. Unterschiedliche Ausgangs- und Lebensbedingungen sowie unterstützende Rahmenbedingungen, die die politische Mobilisierung prägen, bestimmen, welche Hürden junge Menschen überwinden müssen oder schon hinter sich gelassen haben.
Handlungsempfehlungen zum Abbau der Wahlhürden sind in der Publikation umfrangreich zusammengetragen und betreffen folgende Kategorien:
- Zugang erleichtern
- Kompetenz stärken
- Motivation fördern
- Resonanz erhöhen
Demokratie stärken
Die Studie verdeutlicht, dass in jungen Menschen, die bisher nicht regelmäßig wählen, dennoch großes demokratisches Potential steckt: Sie sind interessierter, vertrauensvoller und optimistischer Politik gegenüber als ältere Vergleichsgruppen. Zudem zeigt sich, dass Social Media Politik für junge Menschen präsenter gemacht hat. Die Studienautor*innen halten zudem fest, dass die Teilhabe junger Menschen an Politik zentral für die langfristige Legitimität demokratischer Entscheidungen ist.
Die Publikation ist hier verfügbar: Studie: "Hürdenlauf zur Wahlurne: Warum die Stimmabgabe für junge Menschen kein Selbstläufer ist (pdf)
Quelle: Meldung der Bertelsmann Stiftung (24.02.2026)