Die Expert*innenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ hat im Juni ihre Handlungsempfehlungen vorgelegt. Im Zentrum steht dabei das Anliegen, die Perspektiven von Kindern und Jugendlichen ernst zu nehmen. Im Rahmen eines umfangreichen Beteiligungsprozesses brachten junge Menschen ihre Erfahrungen, Einschätzungen und Forderungen zum digitalen Aufwachsen ein. Die Ergebnisse liegen nun in einem eigenen Bericht vor.
In verschiedenen Workshops diskutierten 12- bis 18-Jährige konkrete Alltagssituationen, entwickelten Lösungsvorschläge und tauschten sich direkt mit Mitgliedern der Kommission aus. Daraus entstanden 70 Forderungen in vier Themenfeldern: Medienkompetenz, Kinderschutz und Sicherheit, Wohlergehen und mentale Gesundheit sowie Künstliche Intelligenz (KI).
Der Prozess orientierte sich an den Qualitätsstandards für Kinder- und Jugendbeteiligung des Bundesjugendministeriums und des Deutschen Bundesjugendrings. Ziel war ein sicherer, inklusiver und wertschätzender Raum, in dem junge Menschen als Expert*innen in eigener Sache gehört wurden.
Forderung nach mehr Sicherheit im digitalen Raum
Die Ergebnisse zeigen deutlich: Kinder und Jugendliche wollen nicht weniger Digitalisierung, sondern eine bessere und sicherere digitale Welt. Für junge Menschen sind digitale Angebote selbstverständlicher Teil des Alltags und ermöglichen Kommunikation, Unterhaltung, Entspannung und mehr Selbstständigkeit. Gleichzeitig kennen sie Risiken und Belastungen aus eigener Erfahrung.
Schutz, Autonomie und Mitbestimmung
Kinder und Jugendliche wünschen sich mehr Schutz und verlässliche Unterstützung, aber auch Autonomie und Mitbestimmung. Besonders Plattformanbieter sehen sie in der Pflicht, Angebote sicher und altersgerecht zu gestalten. Statt pauschaler Verbote setzen sie auf Aufklärung und Befähigung.
Beteiligung soll fortgeführt werden
Die jungen Menschen wollen nicht nur Objekt von Schutzmaßnahmen sein. Sie möchten ihre digitale Lebenswelt aktiv mitgestalten und bei sie betreffenden Entscheidungen gehört werden. Die Kommission greift diesen Anspruch auf und empfiehlt, Kinder- und Jugendbeteiligung im digitalen Kinderschutz dauerhaft zu verankern.
Die Handlungsempfehlungen "Entwicklung stärken, Verantwortung übernehmen" der Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ und der Bericht der Ergebnisse aus dem Beteiligungsprozess sind online abrufbar.
Quelle: Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (07.09.2026)