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Home > Eigenständige JugendpolitikJugend stärken – auch und gerade unter Corona-Bedingungen unerlässlich!

(16.07.2020) In einem Zwischenruf fordert die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe - AGJ, dass sowohl junge Menschen als auch ihre Unterstützungsstrukturen besser gefördert werden müssen, sowohl jetzt als auch "nach Corona".

Graffiti auf einer Wand von einem Mundschutz mit der Unterschrift covid 19. Fotograf Adam Niescioruk. Quelle unsplash.com

Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe - AGJ setzt sich in diesem Zwischenruf dafür ein, dass die Bedürfnisse und Belange junger Menschen stärker in den Blick genommen werden, da die Politik sich nun auch wieder anderen Bereichen als dem Infektionsschutz zuwendet.

Die AGJ macht deutlich, dass junge Menschen nicht nur auf ihre Rolle als Schüler*in reduziert werden dürfen, da sie auch in dieser besonderen Situation durchaus Verantwortung übernehmen. Entgegen der Einschätzung vieler Erwachsener sind junge Menschen verunsichert von der Krise. Diese Verunsicherung und Belastung ist gut zu verstehen, verdeutlicht man sich in wie vielen Bereichen sie Einschränkungen erfahren:

  • Beschulungseinschnitte
  • (drohender) Ausbildungsplatzverlust
  • wegfallende Jobs
  • verschärfende wirtschaftliche Notlage ihrer Familie
  • fehlende soziale Kontake zu Freund*innen
  • Abbruch von Freiwilligendiensten im In- und Ausland
  • eingeschränkte Möglichkeiten der Persönlichkeitsentwicklung
  • wegbrechende Freizeitgestaltung

Welche psychischen Folgen sich für diese Generation aus den Erfahrungen entwickelt, ist noch nicht erforscht. Die Finanzkrise 2009 hat jedoch gezeigt, dass ein Scheitern im Übergang zwischen Ausbildung und Beruf langfristige Folgen haben kann. Die AGJ fordert, dass eine Unterstützung die jungen Menschen selbst erreichen muss, aber auch die Strukturen der Kinder- und Jugendhilfe.

Ünterstüzung für junge Menschen 
 

Hier weist die AGJ darauf hin, dass sich die ohnehin verschärfenden Ungleichheiten nicht noch weiter vertiefen dürfen. Dazu gehören qualifikationsbezogene Angebote, wie auch Aktivitäten zur Freizeitgestaltung und Persönlichkeitsentwicklung. Ferien sollten nicht mit zusätzlicher Schule gefüllt werden, sondern mit Freizeitangeboten, die trotz Pandemie möglich sind.

Unterstützung der Strukturen der jungen Menschen
 

Die Strukturen verfügen selber nicht über genügend finanzielle Mittel, um die Bedarfe der Jugendlichen zu decken. Gemeinnützige Organisationen beispielsweise verfügen nur über geringe Rücklagen und haben diese schon verbraucht, womit ein Planen des nächsten Jahres erschwert wird.

Die Beteiligung junger Menschen muss krisensicher gemacht werden
 

Wegen des hohen Zeitdrucks wurden in der Pandemie Beteiligungsverfahren wie Jugendbeteiligungsgremien in den Kommunen ausgesetzt. Diese Verfahren müssen wieder aufgenommen werden, damit junge Menschen gehört werden und sich an Entscheidungen beteiligen können. Die Eigenständige Jugendpolitik gibt auch in Krisenzeiten Antworten darauf, wie jugendgerechtes Handeln möglich ist. Dies muss aber auch von allen beteiligten Akteur*innen gewollt sein. 

Zur AGJ-Website: AGJ Zwischenruf "Jugend stärken - auch und gerade unter 'Corona Bedingungen'!" unerlässlich (Juli 2020)