Eine aktuelle Umfrage im Rahmen des 56. Internationalen Jugendwettbewerbs jugend creativ zeigt, wie junge Menschen zwischen 14 und 20 Jahren Meere und Ozeane wahrnehmen. Viele verbinden sie mit Ruhe, Spaß und Weite, zugleich nehmen Sorgen angesichts ökologischer Probleme zu.
Mehr als 91 Prozent der Befragten empfinden beim Gedanken an das Meer entweder gleichzeitig Faszination und Sorge oder überwiegend Sorge. Entsprechend halten 91 Prozent den Meeresschutz für wichtig. Trotz dieser hohen Sensibilisierung bleibt das Engagement gering: Nur 4 Prozent sind aktiv, während 53 Prozent zwar bereits über ein Engagement nachgedacht, aber noch keine Schritte unternommen haben. Dies liegt vor allem an fehlenden Angeboten und Zugängen zum Meeresschutz.
Dabei sind die emotionalen Zugänge zum Meer vielfältig: Am häufigsten werden Ruhe und Erholung (39 Prozent) genannt, gefolgt von Spaß und Abenteuer (27 Prozent) sowie Freiheit und Weite (22 Prozent). Umweltwissen beziehen Jugendliche vor allem aus der Schule (65 Prozent), aus Medien und dem Internet (62 Prozent) sowie aus TV-Dokumentationen (56 Prozent). Grundlage der Studie sind 508 Interviews, die im November 2025 geführt wurden.
Der 56. internationale Jugendwettbewerb jugend creativ zum Thema „Meer entdecken“
Der Wettbewerb "Meer entdecken" von jugend creativ möchte diese Lücke zwischen Bewusstsein und Handeln über kreative Ausdrucksformen verringern. Einsendeschluss ist der 13. Februar 2026. Schirmherr ist der Polarforscher Arved Fuchs, der sich seit vielen Jahren für den Schutz mariner Lebensräume engagiert. Der Wettbewerb bietet jungen Menschen damit eine Plattform, ihre Perspektiven sichtbar zu machen und sich aktiv mit der Zukunft der Meere auseinanderzusetzen.
Mehr Infos zum internationalen Jugendwettbewerb jugend creativ finden sich hier.
Verschiedene Programme mobilisieren junge Menschen für Meeres- und Klimaschutz
Mehrere nationale und regionale Initiativen in Deutschland fördern die Beteiligung junger Menschen an Meeresschutz und Umweltbildung. Diese Programme bieten konkrete Möglichkeiten, sich praktisch mit Meeres- und Klimathemen auseinanderzusetzen und eigene Projekte zu entwickeln. Die Bandbreite reicht von Wettbewerben, Bildungsangeboten bis zu Aktionsfonds, die kreative Beteiligung ermöglichen.
Um die Beteiligung junger Menschen zu erhöhen, setzen Organisationen auf vielfältige Bildungs- und Förderangebote. So ermöglicht der seit 2005 bestehende Meereswettbewerb Schüler:innen ab Klasse 9, auf einem Forschungsschiff meeresbezogene Forschungsprojekte durchzuführen. Bis 2023 haben zahlreiche Jugendliche die Chance genutzt, auf hoher See zu forschen. Ein anderes Forum war der DBU-Jugendkongress 2023. Dieser brachte etwa 100 junge Projektentwickler:innen zusammen, die ihre Ideen zu Wasser, Meer und Biodiversität präsentierten.
Weitere Wege eröffnen regionale Initiativen wie Ocean Youngsters in Schleswig-Holstein: Mit einem Aktionsfonds unterstützt das Projekt Meeresschutzvorhabenjunger Menschen und bildet Jugendliche zu Meeresbotschaftler*innen aus.
Das Bildungsprojekt ‘MeerWissen – nachhaltig handeln’ des Vereins THE BLUE MIND e. V. begann 2024 mit mobilen Angeboten, die Vorträge, Lehrfilme, Experimente sowie VR-Technik an Schulen bringen. Ziel ist es, komplexe Umweltfragen greifbar zu machen und aktive Haltung zu fördern.
Die Studienergebnisse der repräsentativen Umfrage im Rahmen des internationalen Jugendwettbewerbs sind online abrufbar.
Quelle: Pressemitteilung Verbandsbüro (08.01.2026)