In NRW können ab der nächsten Landtagswahl 2027 bereits Jugendliche ab 16 Jahren ihre Stimme abgeben. Am 17.12.2025 stimmten im Landtag die Fraktionen von CDU, SPD, Grünen und FDP für die dafür erforderliche Änderung der Landesverfassung. Gemeinsam erreichten sie die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit.
Nach Berlin 2023 und Mecklenburg-Vorpommern sowie Baden-Württemberg im Jahr 2022, setzt NRW damit ein Zeichen für mehr politische Teilhabe junger Menschen.
2027 können 300.000 Menschen zusätzlich abstimmen
Die Absenkung des aktiven Wahlalters von 18 auf 16 auf Landesebene ist Teil des Koalitionsvertrags von CDU und Grünen. Wer für den Landtag kandidieren will, muss dagegen weiterhin volljährig sein.
Bei Kommunal- und Europawahlen darf bereits ab 16 gewählt werden. Bei der nächsten Landtagswahl 2027 werden durch die Absenkung des Wahlalters rund 300.000 Menschen zusätzlich wahlberechtigt, das entspricht einem Anteil von gut zwei Prozent von den insgesamt 13 Millionen Wahlberechtigten.
Die Argumente der Parteien
Aus der CDU hieß es, man wolle durch die Absenkung des Wahlalters jungen Menschen "Zugehörigkeit" und "Vertrauen in die Zukunftsfähigkeit" geben. "Einen guten Tag für die Demokratie", nannten es Die Grünen. Die SPD wiederum betonte, dass im Landtag Entscheidungen getroffen werden, die das Leben junger Menschen direkt prägten, deswegen sollten sie mitentscheiden.
Deutscher Bundesjugendring fordert Wahlalter 16 auf Bundesebene
Wendelin Haag, Vorsitzender des Deutschen Bundesjugendrings (DBJR), kommentiert die Entscheidung in NRW: "Die Absenkung des Wahlalters durch die CDU-geführte Landesregierung in NRW sendet ein klares politisches Signal an die Wahlrechtskommission der Bundesregierung." Des Weiteren wolle der DBJR die CDU/CSU-Fraktion im Bundestag ermutigen, diesem Beispiel zu folgen. Das Ergebnis der Europawahlen und der U18-Bundestagswahlen zeige, dass Jugendliche sich an Wahlen beteiligen können und wollen und dies auf allen föderalen Ebenen auch dürfen sollten. "Wir stärken unsere Demokratie, wenn wir die Interessen junger Menschen anerkennen und sie wirksam politisch beteiligen", so Haag.
Quelle: Meldung WDR (17.12.2025) & Artikel Deutscher Bundesjugendring (19.01.2025)