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Home > Eigenständige JugendpolitikStudie: Psychische Gesundheit von Jugendlichen

(06.01.2026) Die Ergebnisse der achten Befragung der COPSY-Studie zeigen: Die psychische Gesundheit junger Menschen in Deutschland ist noch immer schlechter als vor der Corona-Pandemie. Außerdem machen sich Jugendliche vermehrt Sorgen um die Gesellschaft.

Eine Person lehnt ihren Kopf an die Schulter einer anderen Person Eine Person lehnt ihren Kopf an die Schulter einer anderen Person
Foto: Transly Translation Agency via unsplash.com

Die achte Befragungsrunde der COPSY-Studie (Child Outcomes in PSYchology) des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) zeigt, dass aktuelle gesellschaftliche Diskussionen bei Kindern und Jugendlichen eine große Rolle spielen. Junge Menschen sind derzeit mit mehreren globalen Krisen konfrontiert, darunter Klimawandel, geopolitische Konflikte und damit verbundene wirtschaftliche Instabilität, während sie gleichzeitig noch unter den psychosozialen Folgen der COVID-19-Pandemie leiden. 

Die nun veröffentlichte COPSY-Studie liefert neue Daten, um die psychische Gesundheit von Jugendlichen in diesem Kontext multipler Krisen zu untersuchen und die Rolle individueller Bewältigungsstrategien und der Nutzung sozialer Medien zu erforschen. Die Ergebnisse werden außerdem mit den vorangegangenen Befragungsrunden der Studie verglichen. 

Ergebnisse

Im Herbst 2025 lag der Anteil der Kinder und Jugendlichen, die über eine geringe gesundheitsbezogene Lebensqualität (22 %), allgemeine psychische Probleme (23 %), Angstsymptome (25 %) oder Einsamkeit (18 %) berichteten, weiterhin leicht über dem Niveau vor der Pandemie, während die Häufigkeit depressiver Symptome (15 %) unverändert blieb. Nur bei Mädchen im Alter ab 14 Jahren nahmen Angst- und depressive Symptome von 2024 bis 2025 signifikant zu. 

Außerdem sind Sorgen unter jungen Menschen weit verbreitet, insbesondere in Bezug auf Krisen. 70 Prozent der befragten Jugendlichen gaben an, sich Sorgen um Kriege zu machen, 62 Prozent um Terrorismus und 57 Prozent um wirtschaftliche Probleme. Zudem zeigt sich, dass eine Angst vor der Zukunft weit verbreitet ist. Diese trat häufiger bei Kindern und Jugendlichen mit geringer gesundheitsbezogener Lebensqualität und psychischen Problemen auf. 

Soziale Medien werden nach wie vor sehr viel genutzt, wobei viele Jugendliche angaben, dort mit belastenden Inhalten konfrontiert zu sein. Zur Bewältigung dieser Belastungen gaben die befragten Kinder und Jugendlichen am häufigsten an, aktive Strategien, statt Verdrängung, zu wählen. Die Ergebnisse zeigten zudem, dass junge Menschen mit starken persönlichen, familiären und sozialen Ressourcen eine bessere psychischen Gesundheit aufweisen und weniger von Ängsten und depressiven Symptomen betroffen sind.

Fazit

Fünf Jahre nach Ausbruch von COVID-19 haben sich viele Indikatoren für die psychische Gesundheit von Jugendlichen im Vergleich zur frühen Pandemiephase verbessert. Dennoch unterstreichen erhöhte Krisenängste und Zusammenhänge zwischen Zukunftsängsten und psychischer Gesundheit die anhaltende Vulnerabilität von Jugendlichen. Die Stärkung unterstützender Ressourcen und die Förderung sicherer digitaler Umgebungen bleiben wichtige Ziele für die Gesundheit junger Menschen.

Die Studie ist online abrufbar.

Quelle: Pressemitteilung Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) (04.12.2025)