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(9.10. 2026) Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ setzt sich in ihrem neuen Positionspapier "Jugend gehört in jede Politik!" für eine konsequente Stärkung der Jugendpolitik als ressortübergreifendes Politikfeld ein. 

Eine Sprechblase aus Neonröhren hell erleuchtet. Eine Sprechblase aus Neonröhren hell erleuchtet.
Foto: J. Leung via unsplash

Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ setzt sich mit dem Positionspapier Jugend gehört in jede Politik! Für eine starke Eigenständige Jugendpolitik in allen politischen Handlungsfeldern (PDF) für eine konsequente Stärkung der Jugendpolitik als ressortübergreifendes Politikfeld ein. Ziel einer jugendgerechten Politik müsse es sein, die Lebenslagen und Interessen junger Menschen in allen politischen Bereichen systematisch zu berücksichtigen und ihre Mitwirkung als festen Bestandteil politischer Entscheidungsprozesse zu verankern.

Für eine starke Eigenständige Jugendpolitik seien verlässliche Rahmenbedingungen, stabile Strukturen sowie eine nachhaltige finanzielle und institutionelle Absicherung erforderlich. Jugendpolitik werde dabei als Querschnittsaufgabe verstanden, die eine koordinierte Verantwortung aller Ressorts voraussetzt. Zugleich betont die AGJ die Notwendigkeit, tragfähige Kooperationen zwischen staatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren zu festigen, um die Wirksamkeit jugendpolitischer Maßnahmen langfristig zu sichern.

Forderungen für eine ressortübergreifende jugendpolitische Verantwortung

Im Interesse einer kohärenten und wirkungsvollen Jugendpolitik aller Ressorts zur Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse für junge Menschen in ganz Deutschland, insbesondere bezogen auf Entwicklungschancen und Daseinsvorsorge, fordert die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ von der Bundesregierung:

  • Auskömmliche, strukturierte und dynamisch wachsende Finanzierung der Regelstrukturen für junge Menschen sowie eine ressortübergreifende Finanzierung gemeinsamer Aktivitäten, die nachhaltig gesichert sind und nicht in wiederkehrenden Kürzungsdebatten zum Kinder- und Jugendplan des Bundes zur Disposition gestellt werden. Die Bundesregierung ist aufgefordert, sich hierzu eng mit den Ländern und Kommunen in Politikentwicklung und -umsetzung abzustimmen.
  • Entwicklung und Umsetzung einer von allen Ressorts getragenen, kohärenten Jugendstrategie für Deutschland, die im Zusammenspiel von Bund, Ländern und Kommunen ausgestaltet wird, faire Chancen und Perspektiven auf ein gelingendes Leben für alle Jugendlichen zum Ziel hat und anschlussfähig zur EU-Jugendstrategie ist.
  • Konsequente Weiterentwicklung des Jugend-Checks als Prüf- und Sensibilisierungsinstrument mit angepasster Adressatenausrichtung, welche vor allem das Parlament und Ministerien, aber auch die Fachöffentlichkeit und junge Menschen in den Blick nimmt.
  • Kontinuierliche Mitwirkung von Jugendverbänden und ihren Zusammenschlüssen, Schüler*innenvertretungen und weiteren Jugendselbstorganisationen an der Entwicklung und Umsetzung ressortübergreifender Strategien und Programmen in jugendpolitisch relevanten Feldern wie Klima-, Digital-, Sicherheits-, Finanz-, Wohnungs- oder Mobilitätspolitik durch jugendgerechte digitale und analoge Formate.
  • Impulssetzung über Jugendforschung und eine Erweiterung der Jugendberichterstattung um ressortübergreifende Indikatoren, damit zusätzliche Aspekte jungen Lebens für politisches Handeln erschlossen werden können und intersektionale Benachteiligungen sichtbarer werden. Junge Menschen sind an der Erstellung der Indikatoren und an der Formatwahl zu beteiligen. Jugendforschung muss breit und bedarfsgerecht finanziert werden und die Forschungsergebnisse müssen stärker an Zielgruppe, Politik und Fachwelt vermittelt werden.

Jugendpolitik braucht Verbündete
Die AGJ formuliert im Papier diesen Appell: "Jugendpolitik ist Querschnittspolitik und kann daher nur ressortübergreifend gedacht und gestaltet werden. Eine Jugendpolitik, die junge Menschen in ihrer gesamten Lebensrealität ernst nimmt und somit Jugend ermöglicht, braucht starke, dauerhafte Verbindungen in alle Politikfelder und eine gemeinsame Verantwortung. Dies gilt nicht nur für Politik und Verwaltung, sondern auch für zivilgesellschaftliche Akteure im Haupt- und Ehrenamt. In Zeiten, in denen öffentliche Haushalte zunehmend unter Druck geraten und Jugend starke Verbündete braucht, sind breite Bündnisse zwischen Jugendpolitik und anderen zivilgesellschaftlichen Gruppen unerlässlich – auch um Kürzungsdebatten, die junge Menschen und die politisch Schwächsten treffen, wirkungsvoll gemeinsam zu entkräften. Dabei sind nicht nur der Bund, sondern auch die Länder und Kommunen zur verstärkten Zusammenarbeit aufgerufen, um staatliches Handeln an den Zielen von Nachhaltigkeit und Zukunftsfestigkeit auszurichten. Strukturreformen dürfen nicht als Einschnitte auf dem Rücken junger Menschen ausgetragen werden, sondern müssen in der zugrundeliegenden Finanzarchitektur einen generationengerechten Sozialstaat realisieren."

Die AGJ fordert im vorliegenden Papier verbindliche, ressort- und ebenenübergreifende Zusammenarbeit – für eine Politik, die junge Menschen in ihrer gesamten Lebensrealität ernst nimmt und Jugend ermöglicht.

Quelle und ausführliches AGJ-Positionspapier: AGJ-Meldung, 6.10.2026