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Home > Eigenständige JugendpolitikAnalyse zur Jugendbeteiligung als soziale Frage

(15.06.2026) Eine Analyse der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) zu aktuellen Sozialisationsbedingungen und demokratischer Beteiligung junger Menschen zeigt auf, dass soziale Ungleichheit oftmals auch politische Ungleichheit bedeutet. 

Schuhe an einer Mauer Schuhe an einer Mauer
Foto: J. Baldwin via unsplash

Junge Menschen wachsen in Deutschland unter sehr ungleichen Bedingungen auf. Ob sie Schutz, Anerkennung, Bildung, freie Zeit, erreichbare Orte und politische Wirksamkeit erfahren, hängt stark davon ab, in welche Familie sie geboren werden, welche Schule sie besuchen, in welchem Sozialraum sie leben und welche Ressourcen ihnen zur Verfügung stehen. Beteiligung ist deshalb eine soziale Frage.

Diese Erkenntnis legt die Deutsche Kinder und Jugendstiftung in der Analyse "Beteiligung als soziale Frage - Eine sozialisationstheoretische Bestandsaufnahme zu Familie, Schule und Partizipation junger Menschen in Deutschland." vor und untersucht darin aktuelle Sozialisationsbedingungen junger Menschen in Deutschland.

Im Mittelpunkt stehen dabei Familie und Schule als zentrale Orte der Sozialisation sowie die Entwicklungsaufgabe des Partizipierens. Hierbei werden regionale Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland beleuchtet sowie Differenzen zwischen Stadt und Land. Die Ergebnisse zeigen regional ungleiche Beteiligungschancen, die sich als soziale Frage erweisen: Bleibt jungen Menschen erfahrbare Wirksamkeit verwehrt, gerät die demokratische Resilienz unter Druck. Daraus wird eine sozialpolitische Passungsformel – politische Beteiligungsrechte, angemessene Ressourcen und verlässliche Verfahren als Bedingungen erfahrbarer Wirksamkeit – entwickelt, die in raumsensible, wissenschaftlich fundierte Hand-
lungsempfehlungen mündet.

Aus sozialer Ungleichheit wird politische Ungleichheit

Die Analyse Beteiligung als soziale Frage zeigt: Das Problem ist nicht fehlendes Interesse junger Menschen sondern ungleiche Startbedingungen, ungleiche Zugänge und Verfahren, die Mitsprache zu oft folgenlos lassen. Familie, Schule, Sozialraum und Politik bilden eine Erfahrungskette. Wo Geld, Zeit, Unterstützung, gute Bildung, Mobilität oder verlässliche Verfahren fehlen, bleibt Beteiligung brüchig oder symbolisch. Dann wird Demokratie nicht als gestaltbare Praxis erfahren, sondern als etwas, das für jeden ungleich erreichbar ist.

Die Analyse stellt fest: politische Rechte, angemessene Ressourcen und verlässliche Verfahren müssen zusammenkommen.

Neben der ausführlichen Analyse steht hier online auch eine Kurzfassung sowie Factsheets zu einzelnen Themenbereichen zur Verfügung.

Quelle: Stark im Land - Praxisportal für Kinder- und Jugendbeteiligung (DKJS), 10.06.2026