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Home > Eigenständige JugendpolitikHessen: Junge Menschen fordern mehr digitale Teilhabe

(10.06.2026) 35 junge Menschen kommentierten den Leitantrag der Jugendministerkonferenz „Kompetenzen in einer digitalen Welt“ und forderten, dass Erwachsene digitale Lebenswelten besser verstehen und junge Menschen ernst nehmen sollten. 

Zwei Frauen sitzen vor einem Laptop. Zwei Frauen sitzen vor einem Laptop.
Foto: B. Cagle via unsplash

Bei der Hauptkonferenz der Jugend- und Familienminister*innen und -senator*innen (JFMK) am 21. und 22. Mai 2026 in Frankfurt am Main rückt das Vorsitzland Hessen die Perspektive junger Menschen auf digitale Themen in den Mittelpunkt. Staatsministerin Heike Hofmann und Hessens Landesbeauftragte für die Förderung und Beteiligung von Kindern und Jugendlichen, Miriam Zeleke, haben dazu zwei Ergebnisse des gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen gestalteten Begleitprozesses des hessischen Vorsitzjahres vorgestellt: die Kommentierung des Leitantrags durch 35 Jugendliche aus ganz Hessen sowie das neue Aufklärungsbuch „Check lieber Deine Rechte im Netz.“ von Autorin Ilona Einwohlt.

Beide Veröffentlichungen transportieren eine gemeinsame Kernbotschaft: Kinder und Jugendliche brauchen Erwachsene, die die Kompetenzen der jungen Generation anerkennen und die sie in den digitalen Lebenswelten ernsthaft begleiten.

„Junge Menschen sagen uns sehr klar, was sie brauchen“, erklärte Staatsministerin Heike Hofmann. „Sie wollen nicht in erster Linie geschützt werden, indem wir ihnen etwas wegnehmen. Sie wollen Erwachsene, die sich auskennen, die zuhören und die Verantwortung übernehmen. Genau dafür stehen die beiden Veröffentlichungen, die wir heute vorlegen.“

Jugendkommentierung zum Leitantrag: „Wir brauchen uns.“

Eine der Publikationen ist die Kommentierung des JFMK-Leitantrags „Kinder und Jugendliche in den Mittelpunkt stellen: Kompetenzen in einer digitalen Welt – Kompetenzen für Demokratie und Zukunft“: Für diese hatten 35 Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahren im Rahmen einer Veranstaltung am 21. März 2026 in Darmstadt den Leitantrag aus ihrer Perspektive intensiv geprüft. Das Ergebnis wurde nun unter dem Titel „Wir brauchen uns.“ als eigenständiges Dokument veröffentlicht und begleitet den Leitantrag in die Beratungen der Länder.

Die Jugendlichen unterstützen darin die Linie des Leitantrags, machen aber zugleich deutlich: Medienkompetenz ist keine Aufgabe, die allein bei jungen Menschen liegt. „Eltern müssen selbst digitale Medien verstehen und nutzen können, bevor sie über die Jüngeren urteilen“, lautet ein zentrales Ergebnis. Erwachsenen, sowohl als Eltern, in Schule, Ausbildung als auch in der Politik, wird also ein klarer Auftrag mitgegeben: Sie müssen digitale Lebenswelten kennen, die Kompetenzen junger Menschen anerkennen, ihnen auf Augenhöhe begegnen und aktiv Verantwortung übernehmen.

Neues Aufklärungsbuch „Check lieber Deine Rechte im Netz.“

Mit dem Aufklärungsbuch von Ilona Einwohlt legt das Hessische Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales zudem ein Medienschutzbuch vor, das Kinder und Jugendliche direkt anspricht. Auf 212 Seiten erklärt das Buch entlang der UN-Kinderrechtskonvention, was junge Menschen im Netz wissen und können sollten – von Privatsphäre und Tracking über Algorithmen, Lernen mit Künstlicher Intelligenz, Chatbots und Cybergrooming bis zu Cybermobbing, Hate Speech, Fake News und Gaming. Jedes Kapitel ist dabei einem Kinderrecht zugeordnet.

Das Buch nimmt junge Menschen ausdrücklich als kompetente Akteur*innen ernst. Zugleich macht es transparent, wo Schutz im Netz heute noch zu kurz greift und welche Verantwortung Erwachsene tragen, als Eltern, Fachkräfte, Gesetzgeber*innen und Plattformbetreiber*innen. Damit übersetzt das Buch die politische Linie des hessischen Leitantrags in eine Sprache, die Kinder und Jugendliche unmittelbar erreichen soll.

Verlässliche Jugendbeteiligung als Ziel

Beide Veröffentlichungen sind Teil eines größeren Prozesses. Hessen hat im JFMK-Vorsitzjahr 2026 konferenzbegleitende Jugendbeteiligung erstmals als Prozess angelegt und entwickelt parallel eine Gesamtstrategie zur Kinder- und Jugendbeteiligung. Die in Darmstadt begonnene Beteiligung wird über das Vorsitzjahr hinaus fortgeführt und in eine dauerhafte Beteiligungsstruktur überführt. Ziel ist, dass Kinder und Jugendliche nicht nur einmal gehört, sondern verlässlich und themenbezogen einbezogen werden.

„Wir brauchen uns!“ Die Jugend-Perspektive auf den Leitantrag der JFMK 2026  (PDF)

"Check lieber Deine Rechte! Ein Buch für dich - für deinen Alltag mit Smartphone, Games und Social Media"  (PDF)

Quelle: Artikel Jugendhilfeportal (04.06.2026)