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Home > Eigenständige JugendpolitikFehlende Jugendbeteiligung bei Klimaanpassungen

(14.09.2026) Eine neue Studie zu Kinderrechten bei der Erstellung von Klimaanpassungskonzepten zeigt, dass Beteiligung junger Menschen und die Berücksichtigung ihrer Rechte nur selten stattfinden.

Junge Menschen demonstrieren mit Plakaten für den Klimaschutz Junge Menschen demonstrieren mit Plakaten für den Klimaschutz
(c) Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe, Foto: Jörg Farys / Die Projektoren

In den deutschen Klimaanpassungskonzepten bleiben junge Menschen nach wie vor zu wenig berücksichtigt. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie des Unabhängigen Instituts für Umweltfragen (UfU) und von Terre des Hommes. Gleichzeitig belegen Studien, dass die gesundheitlichen Risiken für Kinder und Jugendliche aufgrund der Klimakrise steigen zum Beipsiel durch Depressionen, Schlafstörungen und Konzentrationsprobleme während Hitzewellen.

Kinderrechte und Jugendbeteiligung fehlen als Maßstäbe

Für die Analyse wurden die Klimaanpassungskonzepte von Bund, Ländern und den zehn größten deutschen Städten herangezogen. Die Auswertung zeigt, dass die untersuchten Klimaanpassungskonzepte Kinder und Jugendliche zwar als verletzliche Gruppe gegenüber Hitze und UV-Strahlung anerkennen aber weitere klimabedingte Gesundheitsrisiken wie Starkregen, Allergien und psychische Erkrankungen vernachlässigen. 

Kinderrechte werden nicht als verbindlicher Maßstab genannt. Dazu zählt beispielsweise das 2023 vom UN-Kinderrechtsausschuss bekräftigte Recht auf eine gesunde Umwelt. Die meisten Konzepte wurden ohne jegliche Beteiligung von Kindern und Jugendlichen erstellt. Es wird über Kinder und Jugendliche gesprochen, aber selten mit ihnen. Dabei werden Kitas, Schulen und Spielplätze als schützenswerte Infrastrukturen gesehen aber nicht als Möglichkeitsräume für Mitgestaltung und Selbstwirksamkeit.

Von Schutzobjekten zu Akteur*innen

Vor dem Hintergrund, dass das Deutsche Klimaanpassungsgesetz die Bundesländer bis zum 31. Januar 2027 zur Vorlage von Klimaanpassungskonzepten verpflichtet, fordert das UfU und Terre des Hommes:

  • Zielgruppengerechte Beteiligung: Kinder und Jugendliche müssen bei der Erarbeitung und Umsetzung von Klimaanpassungskonzepten systematisch und altersgerecht eingebunden werden.
  • Alltagsräume als Beteiligungsorte: Kitas, Schulen, Spielplätze und Quartiere sollten nicht nur als kritische Infrastrukturen, sondern als Orte der Mitbestimmung und des Empowerments genutzt werden.
  • Bildung verankern: Lehrpläne müssen zielgruppengerechte Materialien zu Klimafolgen und Anpassungsmöglichkeiten enthalten orientiert an der Allgemeinen Bemerkung Nr. 26 der Vereinten Nationen.
  • Umfassender Schutz: Kinder und Jugendliche müssen vor allen gesundheitlichen Risiken und sozialer Benachteiligung durch die Folgen des Klimawandels geschützt werden.

Die vollständige Studie "Klimaanpassung und Kinderrechte" steht auf der Website des Unabhängigen Instituts für Umweltfragen zum Download zur Verfügung.

Quelle: Unabhängiges Institut für Umweltfragen (14.09.2026)