Der Landesjugendring veröffentlicht sein Impulspapier "Jugendgerechte Mobilitätspolitik" und macht darin deutlich, dass junge Menschen eine eigene Zielgruppe von Mobilitätspolitik darstellen. Als solche werden sie aber noch nicht wahrgenommen. Zu Fragen rund um Infrastruktur, ÖPNV und Sicherheit bezieht das Papier Stellung.
Eine jugendgerechte Mobilitätspolitik weiß, dass junge Menschen selbstbestimmt, zuverlässig und sicher mobil sein wollen, sowohl in der Innenstadt als auch am Stadtrand. Junge Menschen wollen eigenständig mobil sein, ohne auf andere angewiesen zu sein. Eigenständige Mobilität ist ein wichtiger Schritt in die Selbständigkeit und Voraussetzung für Teilhabe.
Grundlegend ist: Jugendgerechte Mobilitätspolitik muss zukunftsorientiert sein, also sozial gerecht, ressourcenschonend und klimabewusst gestaltet werden.
Zentrale Anforderungen an eine jugendgerechte Mobilitätspolitik:
- Zugänge für alle ermöglichen: Kostenfreie bzw. kostengünstige Tickets, damit Kosten für Mobilität nicht zu beruflichen, sozialen, gesellschaftlichen Ausschlüssen für junge Menschen führen.
- Nutzbarkeit für alle ermöglichen: Umfassende Barrierefreiheit, die nicht nur physische Zugänglichkeit, sondern auch verständliche Kommunikation, Orientierung und selbstständige Nutzung für alle Nutzer*innen sicherstellt.
- Sichere Infrastruktur schaffen: Rad- und Fußwegesystem ausbauen, Sicherheit im Straßenverkehr (bspw. durch Tempo 30)
- Attraktivität des ÖPNV steigern: Sicherheit gewährleisten in den Verkehrsmitteln, an Aufenthaltsorten wie Haltestellen und U-Bahnhöfen sowie den Wegen dorthin, Aufenthaltsqualität steigern, indem Bedarfe junger Menschen wahr- und ernst genommen werden
- Mobilitätsangebote erweitern: günstige Sharing-Angebote bis an den Stadtrand, intermodales Ticketing, Mitnahme von Rädern/E-Scootern im ÖPNV ermöglichen
- Jugendfreundliche Mobilität konzeptionell gestalten: Evidenzbasierte Mobilitätsplanung und Beteiligung junger Menschen
- Zukunftsorientiert planen: ressourcenschonend, klimasensibel, barrierefrei und sozial gerecht handeln, Gesundheitsaspekte in den Blick nehmen, Mobilitätsgesetz umsetzen, Verkehrswende verwirklichen
Das Impulspapier beruht auf einer Denkwerkstatt des Landesjugendrings Berlin, bei der mit einem vielfältig besetzten Expert*innenkreis aus politischer Verwaltung, Interessenvertretungen, Fachorganisationen und Wissenschaft Aspekte einer jugendgerechten Mobilitätspolitik diskutiert wurden.
Das Impulspapier des LJR Berlin "Jugendgerechte Mobilitätspolitik" ist online abrufbar.
Quelle: Meldung Landesjugendring Berlin (März 2026)