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Home > Eigenständige JugendpolitikIst Wohnraum für junge Menschen in Europa bezahlbar?

(09.04.2026) Ein neuer Bericht des YouthWiki beleuchtet die Herausforderungen, denen junge Menschen in ganz Europa beim Zugang zu bezahlbarem Wohnraum begegnen. Im Fokus steht insbesondere ein Vergleich nationaler Maßnahmen zur Förderung bezahlbaren Wohnens.

Zwei junge Menschen mit Umzugskartons (Foto: Ivan S via pexels.com) Zwei junge Menschen mit Umzugskartons (Foto: Ivan S via pexels.com)
Zwei junge Menschen mit Umzugskartons (Foto: Ivan S via pexels.com)

Ein eigenes Zuhause ist eine zentrale Grundlage für die Zukunft junger Menschen. Es ermöglicht ein selbstbestimmtes Leben unabhängig vom Elternhaus. Gleichzeitig wirkt stabiler Wohnraum als wichtiger Anker: Er stärkt das psychische und physische Wohlbefinden und schafft die Voraussetzungen, sich in allen Lebensbereichen zu entfalten.

Dennoch stehen viele junge Europäer*innen vor erheblichen Herausforderungen, denn steigende Mieten und Immobilienpreise, ein Mangel an bezahlbarem und qualitativ hochwertigem Wohnraum sowie begrenzte finanzielle Ressourcen führen häufig zu prekären oder unzureichenden Wohnsituationen. Im Extremfall führt dies sogar zur Obdachlosigkeit.

Der YouthWiki-Bericht „Youth access to affordable and quality housing – a comparative analysis of national policies“ bietet auf Basis einer vergleichenden Analyse einen Überblick über die Lage in 34 europäischen Ländern. Im Mittelpunkt stehen politische Maßnahmen, die den Zugang zu bezahlbarem und qualitativ hochwertigem Wohnraum für junge Menschen verbessern sollen.

Zentrale Erkenntnisse des Berichts sind:

  • Für fast ein Viertel der jungen Menschen in der EU gehört bezahlbarer Wohnraum zu den größten Sorgen.
  • Besonders ausgeprägt ist diese Sorge in Tschechien, wo 47 % der jungen Menschen davon betroffen sind. Ähnliche Werte finden sich in Deutschland, den Niederlanden und Slowenien mit jeweils rund 30 %. Den niedrigsten Anteil verzeichnet Italien mit 8 %, gefolgt von Bulgarien und Frankreich.
  • Mehr als ein Drittel der jungen Menschen ist der Ansicht, dass die EU stärker investieren sollte, um bezahlbaren Wohnraum zu sichern und die Lebenshaltungskosten zu senken.
  • Die am weitesten verbreitete Maßnahme zur Prävention von Jugendobdachlosigkeit ist die Zusammenarbeit zwischen lokalen Behörden, sozialen Einrichtungen und Wohnungsanbietern. Darauf verweisen 17 Länder. Eine enge Abstimmung dieser Akteure ermöglicht koordinierte Unterstützungsangebote und trägt dazu bei, den vielfältigen Bedürfnissen junger Menschen in prekären Lebenslagen gerecht zu werden.
  • In vielen europäischen Ländern fehlen spezifische Maßnahmen, die junge Menschen bei der Wohnungssuche unterstützen.
  • Rund die Hälfte der europäischen Länder hat Programme eingeführt, um jungen Menschen den Erwerb von Wohneigentum zu erleichtern.

Quelle: Meldung Jugendhilfeportal (01.04.2026) & Youth Wiki (26.03.2026)