Die OECD (Organisation for Economic Co-operation and Development) veröffentlicht ihren neuen Report "Child, Adolescent and Youth Mental Health in the 21st Century", in dem die mentale Gesundheit junger Menschen in den Blick genommen wird.
Langfristiger Trend, auch vor der Pandemie
Auf der Grundlage internationaler Daten, aktueller wissenschaftlicher Literatur sowie Erkenntnissen von Expert*innen aus dem Gesundheitswesen und der Politik zeigt der OECD-Bericht, dass die Verschlechterung der psychischen Gesundheit junger Menschen ein lang anhaltender Trend ist, der bereits vor der COVID-19-Pandemie einsetzte, sich in den letzten Jahren jedoch verstärkt hat. Dies zeigt sich in steigenden Raten von Depressionen, Angstzuständen, psychischen Belastungen und einem niedrigen Wohlbefinden.
Vielfältige Ursachen für psychische Belastungen
Der Bericht beleuchtet die komplexen, sich überschneidenden Ursachen dieser Entwicklung, die von der Digitalisierung und den sozialen Medien über den Klimawandel, Ängste vor globalen Konflikten, sozioökonomischen Druck, Mobbing und schulischen Stress bis hin zu Ungleichheit und Armut reichen. Außerdem verdeutlicht der Bericht die Bedeutung einer umfassenden, sektorübergreifenden Reaktion auf diese Entwicklung.
Handlungsbedarfe und Empfehlungen zur Unterstützung junger Menschen
Die Empfehlungen des OECD-Berichts machen deutlich: Ein schützendes Umfeld kann die psychische Gesundheit in der Kindheit und im Jugendalter erheblich verbessern. Positive familiäre Beziehungen, unterstützende Schulen, Strategien im Umgang mit digitaler Technologie, sichere Wohnverhältnisse und Möglichkeiten zur sozialen Vernetzung spielen dabei eine entscheidende Rolle. Es gibt Belege dafür, dass soziales und emotionales Lernen, Wissen über psychische Gesundheit sowie frühkindliche Fördermaßnahmen die Resilienz stärken und das Auftreten oder den Schweregrad psychischer Erkrankungen verringern können.
Der OECD-Bericht betont zudem die Notwendigkeit einer besseren und häufigeren Datenerhebung sowie der direkten Einbeziehung junger Menschen, um deren Bedürfnisse und Prioritäten zu verstehen. Der Bericht zielt darauf ab, die OECD-Regierungen bei der Entwicklung wirksamerer, evidenzbasierter Strategien zu unterstützen, um den Rückgang der psychischen Gesundheit junger Menschen aufzuhalten.
Der Bericht "Child, Adolescent and Youth Mental Health in the 21st Century" ist online abrufbar.
Quelle: Organisation for Economic Co-operation and Development (29.04.2026)